Ausstellung

Abfall National

Für das Fotoprojekt «Abfall National» haben Carolina Piasecki und Peter Keller alle 26 Kantonshauptorte besucht. Auf ihrer Reise haben sie Abfalleimer, Menschen und ihre Spuren mit der Kamera festgehalten. Entstanden sind 40 Bildkompositionen.

Im öffentlichen Raum machten sich Piasecki und Keller auf die Suche nach geeigneten Motiven. Da waren zum einen die Abfallkübel. Sie sind das erste, sichtbare Glied einer langen Kette von Einrichtungen zur Beseitigung von Müll. «Der Kübel steht an vorderster Front, er interagiert förmlich mit den Menschen, nimmt ihnen ihren Abfall ab», heisst es in der Vorschau.

Carolina Piasecki hat eine Portrait-Serie mit Abfallkübeln realisiert, als seien sie prominente Models, stolz im Vordergrund, umrahmt von den architektonischen Formen der jeweiligen Stadt. «Durch dieses Projekt habe ich die Besonderheiten der einzelnen Kantonshauptstädte kennengelernt», sagt sie.

Auch Spuren menschlichen Verhaltens seien dabei sichtbar geworden: liegengebliebener Müll, der es nicht ganz bis zum nächsten Abfallkübel geschafft hat oder Abfall, der zum Kunstprojekt verwandelt wurde. Aber auch Menschen, die sauber machen und ihre Besen und Schaufeln demonstrativ vor dem Hauseingang aufstellen. Der Strassenfotograf Peter Keller hat dies alles bildlich festgehalten, mal kritisch, mal kurios, und manchmal auch mit einem Schuss Ironie.

Aus dem fotografischen Material der beiden Fotografen sind 40 Bildkompositionen entstanden, 40 symbolische Abbildungen zum Thema Unrat in der Schweiz. Zu sehen vom 13. März bis 9. Mai 2020 im Kornhausforum in Bern.