Ausstellung

Aufbruch ohne Ziel – Annemarie Schwarzenbach als Fotografin

Annemarie Schwarzenbach, Hafen von Massawa, Italienisch-Ostafrika (heute Eritrea)1939–1940, Schweizerisches Literaturarchiv | Schweizerische Nationalbibliothek, Bern, Nachlass Annemarie Schwarzenbach.

Schriftstellerin, Journalistin, Fotografin, Reisende: Annemarie Schwarzenbach ist eine der schillerndsten Figuren der modernen Schweizer Kulturgeschichte. Erstmals in der Schweiz widmet sich eine Ausstellung ausschliesslich ihrem rund 4‘000 Bilder umfassenden fotografischen Werk, das auf langen Reisen durch Europa, Asien, Afrika und Amerika entstanden ist.

Annemarie Schwarzenbach verstand sich als Schriftstellerin. Sie war aber auch eine Pionierin der Reportagefotografie in der Schweiz. Ihr fotografisches Werk entstand in direktem Zusammenhang miti hren journalistischen Texten. Rund 300 Textbeiträge von ihr erschienen zu Lebzeiten in Schweizer Zeitschriften und Zeitungen. Ab 1933 waren diese zunehmend von eigenen Bildern begleitet.

Der Grossteil ihrer Fotografien blieb zu Schwarzenbachs Lebzeiten unveröffentlicht. Die Ausstellung «Aufbruch ohne Ziel» macht erstmals Qualität und Umfang von Schwarzenbachs fotografischem Werk ersichtlich. Insbesondere dem Schnittfeld zwischen Texten und Bildern wird erstmals stärkere Beachtung geschenkt. Die Ausstellung ist in sechs Kapitel gegliedert, die um eine Lese-Loungemit Hörstationen zu ausgewählten Reportagen Schwarzenbachs angeordnet sind.

«Der Dialog zwischen Schwarzenbachs Texten und Fotografien eröffnet den Blick auf die Umbrüche und Konflikte der 1930er-Jahre», schreibt das Zentrum Paul Klee zur Ausstellung. Zugleich erschliesse Schwarzenbach mit ihrem dokumentarischen Auge Themen von erstaunlicher Poesie und verblüffender Aktualität.