Ausstellung

«Lebenszeichen»

Unter dem Titel «Lebenszeichen» zeigen das Kornhausforum Bern und die Galerie Béatrice Brunner Werke von neun Fotografinnen. Zu sehen sind unter anderem «Schlafzimmer»-Bilder und «Targets» von Herlinde Koelb, Berliner Passant*innen, menschenleere Stadtaufnahmen oder das Porträt des ehemaligen Knechts.

Die Doppelausstellung, die noch bis am 16. Februar läuft, stehe sinnbildlich für die Gratwanderung der Fotografie zwischen Dokumentar- und Kunstfotografie, schreibt das Kornhausforum. Präsentiert werden Arbeiten von neun Fotografinnen. Sie haben auf unterschiedlichste Weise Bezug zum Titel «Lebenszeichen».

«Targets» und «Schlafzimmer»

Eine der Ausstellerinnen ist die 1939 in Lindau am Bodensee geborene Herlinde Koelbl. Für ihre Arbeit «Targets» hat sie während sechs Jahren Schiessplätze in über 30 Ländern fotografiert. Für die «Schlafzimmer»-Bilder wiederum war sie in London, Berlin, Moskau, Rom, New York und Paris und besuchte Menschen in ihren Schlafzimmern.

Koelbl ist jedoch nicht nur Fotografin, sie dokumentiert ihre Arbeit stets auch journalistisch. Regelmässig realisiert sie seit den frühen Neunzigerjahren zum gleichen Thema auch Filme.

Das Kino Rex zeigt begleitend zu den Ausstellungen eine Matinée-Reihe mit vier Filmprogrammen von und über Fotografinnen.

Josef Schenker, © Carmela Odoni

Asylheim, Narben, Hinterhöfe

Neben Herlinde Koelbls Zielscheiben ist im Kornhausforum Carmela Odonis Porträt vom 84-jährigen Knecht Josef Schenker im Asylheim für landwirtschaftliche Angestellte zu sehen. Gudrun Holtz hat Menschen und ihre Narben fotografiert.

Yoshiko Kusanos Fotoessay «Sakuranezumi» über die Reisen mit ihrem Vater nach Japan ist Spurensuche in der eigenen Geschichte und Kultur. Annette Boutellier wiederum fotografierte Häuser, Strassen, Hinterhöfe in der Riesenstadt Bamako. Menschenleer, weil die Menschen sich nicht fotografieren lassen wollten.

Frauen im Exil und urbane Passanten

«Neugier auf die Welt, aber auch ein wenig Bammel», ist gemäss der Vorschau in den Gesichtern der Kinder auf den Bildern von Nadin Maria Rüfenacht zu sehen. Die Berlinerin Heike Steinweg – sie nun in der Galerie Béatrice Brunner – porträtierte Frauen im Exil. Schlicht, vor leerer Wand im Studio, im schräg einfallenden Fensterlicht.

Sanftmut gehe von den drei Porträts von Anja Tanner aus. Im Zentrum der öffentlichen Betriebsamkeit fotografierte schliesslich Judith Affolter: Teenager in Berlin, urbane Passanten und Passantinnen, digital vertieft, im Menschenstrom der städtischen Knotenpunkte.

www.kornhausforum.ch / www.beatricebrunner.ch