Daniela Wittmer finanzierte Teile ihres Fotobuchs „Fliegerfieber“ mittels Crowdfunding.
Crowdfunding fürs Fotobuch

Die Erfahrungen von „Fliegerfieber“

Durch Crowdfunding lässt sich ein Fotoprojekt mitfinanzieren. Das zeigt die Erfahrung von Daniela Wittmer, die 2016 für ihr Fotobuch „Fliegerfieber“ sammelte. Der Aufwand ist zwar recht gross: „Man muss sich fürs Crowdfunding genug Zeit reservieren“, sagt die Berner Fotografin. Trotzdem würde sie es wieder tun.

Sie ist selbst Pilotin und fasziniert: Von der Fliegerei, aber auch von der Leidenschaft jener Menschen, die dahinter stecken. Dieser weniger technische Teil sei in der Flug-Fotografie kaum abgebildet, findet Daniela Wittmer: „Die Spotter-Bilder sind meistens technik-fixiert und farbig. Die Leidenschaft der Menschen dahinter – zum Beispiel wenn ein Pilot von seiner Maschine erzählt – zeigen sie jedoch nicht“, sagt sie. Dieser Gedanke war der Ursprung für ihr Fotobuch „Fliegerfieber“ für das die Hobby-Pilotin und Grafikerin auf dem Berner Flughafen Belpmoos während mehr als einem Jahr fotografierte.

Crowdfunding gute vorbereiten

Für ihr Vorhaben fand Daniela Wittmer rasch einen Verlag. Das Coaching des Verlages regte an, Crowdfunding als Einnahmequelle für das Projekt zu nutzen. Dies zusätzlich zur klassischen Sponsoren- und Gönnersuche und zum Buchverkauf. Am Ende spielte das Crowdfunding knapp mehr als die angepeilten 15‘000 Franken ein, was gemäss Daniela Wittmer etwas weniger als die Hälfte der gesamten Buch-Finanzierung ausmachte.

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Entscheidend für das erfolgreiche Crowdfunding war nicht zuletzt die gute Vorbereitung. „Der Aufwand im Vorfeld ist recht gross“, sagt Daniela Wittmer rückblickend. So galt es, für die Crowdfunding-Plattform ein Video zu erstellen oder das Projekt neutral und auf einfache Weise zu beschreiben.

Die Social-Media-Strategie wählen

Dann musste sich die Fotografin überlegen, auf welchen Online-Kanälen sie aktiv sein will. „Ich wählte Instagram und Facebook. Und postete dort vor und während der Crowdfunding-Phase möglichst täglich etwas“, erklärt sie.

Online zeigte sie etwa Bilder aus dem Fotobuch oder Einblicke in deren Entstehung. „Man darf jedoch nicht zu penetrant sein“, ergänzt Daniela Wittmer. Die Rückmeldungen zeigten, dass diese Online-Strategie sehr gut gelungen sei. Sie habe da sehr viel gelernt.

Passenden Gegenleistungen finden

Weiterer wichtiger Punkt beim Crowdfunding: Die Gegenleistungen, also das, was jene erhalten, die zur Finanzierung beitragen. Dazu gehört bei einem Buchprojekt logischerweise das Buch selbst. „Dann muss man sich überlegen, was man noch bieten kann und zu welchem Preis“, sagt Daniela Wittmer. Sie habe dazu viele Gespräche geführt und von den Leuten der Crowdfunding-Plattform Tipps erhalten.

Als Belohnungen wählte die Fotografin letztlich zum Beispiel Postkarten, Kunstdrucke, einen Piloten-Schlüsselanhänger, einen Rundgang mit Apéro hinter die Kulissen des Flugplatzes oder auch einen Rundflug mit der Fotografin als Pilotin. „Wichtig erscheint mir, dass man die Belohnung nach dem Crowdfunding rasch absendet“, betont Wittmer.

Zeit freihalten und aktiv sein

Zunächst ging es aber nach diesen Vorbereitungen an die eigentliche Crowdfunding-Phase. Jene Zeit also, in der das Geld effektiv gesammelt wird. „Man muss sich diese Zeit wirklich freihalten und aktiv sein“, mahnt Daniela Wittmer. So habe sie in der Crowdfunding-Phase überall aktiv über ihr Projekt gesprochen, möglichst alle persönlichen Kontakte genutzt.

Erwarteterweise gingen gerade am Anfang recht viele Spenden ein. Dann nahm die Aktivität etwas ab, am Schluss erhielt das Projekt dann nochmals Schub. Daniela Wittmer rät, ein Ass im Ärmel zu haben, falls es knapp nicht reichen sollte. Wird das Budgetziel nicht erreicht, fliesst die gesamte Summe nämlich an die Spender zurück. „Bei mir gab es einen Spender, bei dem ich wusste, dass ich ihn am Schluss noch anfragen konnte“, verrät sie.

Das gesetzte Ziel wurde am Ende knapp übertroffen. Als besonders sinnvoll stellten sich gemäss Wittmer die mittleren Beträge heraus. Was die Spender angeht, schätzt sie, dass rund ein Drittel der Leute aus ihrem Bekanntenkreis stammte. Der restliche Teil waren Leute, die sie durch das Projekt kennen lernte oder die durch die PR-Massnahmen darauf aufmerksam wurden.

Am Ende rasch liefern

Nach dem Crowdfunding ging es schnell, denn das Buch sollte bis Weihnachten erscheinen. Das hat geklappt. Würde Daniela Wittmer es  also wieder tun? „Ja!“, sagt sie. Wenn es ein Projekt gebe, das auch die breite Öffentlichkeit interessiert, könne sie sich ein erneutes Crowdfunding gut vorstellen.

Zusammenfassend hält sie fest: „Am wichtigsten ist es, sich genug Zeit zu reservieren für die Crowdfunding-Phase, die Sache gut vorzubereiten, einen guten Auftritt zu haben und nachher rasch zu liefern„.

www.fliegerfieber.ch

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