Foto: Manfred Schär
Mit Wohnmobil und Kamera

Neun Monate in Neuseeland

Ende September ist er angekommen, anfangs Oktober war auch sein Wohnmobil da: Manfred Schär erkundet während neun Monaten Neuseeland. Vor der Abreise sprach 42mm.ch mit ihm über Vorbereitungen, Pläne und die eingepackte Fotoausrüstung.

Es ist ein wunderbarer Spätsommertag, an dem ich Manfred Schär in Ueberstorf besuche. In seinem Schweizer Zuhause steckt der leidenschaftliche Fotograf mitten in den Vorbereitungen für die grosse Reise. Auf dem Esstisch: Videokamera, Licht, Stativ, Akkus oder der Koffer mit der Drohne. Vor dem Haus das Wohnmobil, das in den nächsten Tagen bereits auf die Reise geht.

Aufs Schiff in Bremerhaven

Es ist dann auch die mobile Unterkunft und deren Verschiffung, die zunächst mein Interesse weckt. Manfred Schär wird sein Wohnmobil – ein «La Strada Regent L» – in den nächsten Tagen nach Bremerhaven bringen, wo es auf ein Frachtschiff verladen wird. Am 3. Oktober sollte das Gefährt in Auckland ankommen. Zu diesem Zeitpunkt wird auch er nach Neuseeland geflogen sein.

Für die Reise des Wohnmobils gelten strenge Vorschriften, wie mir Manfred erzählt: „Das Wohnmobil muss absolut sauber sein, damit keine fremden Pflanzen oder Tiere nach Neuseeland geraten.“ Weiter dürfen auch keine Elektrogeräte mittransportiert werden. Sie könnten unterwegs gestohlen werden, wofür die Transportfirma die Verantwortung nicht übernehmen kann.

Fotospots per App entdecken

Neun Monate hat Manfred vor in Neuseeland zu verbringen. Bis im Januar ist er auf der Nordinsel, wo es wärmer ist. Dann entdeckt er während vier Monaten die Südinsel, um dann nochmals in den Norden zu fahren, wo er ein weiteres Mal Bekannte treffen wird. Einen genaueren Plan hat er nicht. Fest steht aber, dass er fotografisch interessante Punkte besuchen will.

„Ich habe mich natürlich vorab im Internet und mit Büchern informiert“, erklärt der Fotograf. Unterwegs verwendet er Apps wie R.G.P.S. (Really Good Photo Spots) und CamperMate, um wichtige Fotospots zu finden. „Ich werde aber auch vor Ort versuchen, Reisen mit Fotografen zu buchen. Und ich möchte zum Beispiel einheimische Handwerker kennen lernen und portraitieren. Etwa einen Tag lang mit einem Fischer unterwegs sein.“ Die Bilder und Reportagen, die so entstehen, will Manfred vorderhand auf seinem Blog publizieren. „Ich mache es aber vor allem für mich.“

Kameras, ein Handyhalter und eine Drohne

Welches Fotomaterial hat der frühpensionierte Informatiker für seine Reise zusammengestellt? Da ist zunächst seine Hauptkamera, eine Canon 6D mit einem 24-70mm-Objektiv. Sie wird er meistens dabei haben, wenn er zu Fuss oder mit dem Fahrrad unterwegs ist.

Weiter im Gepäck hat er die grössere Canon 1Dx mit einem zusätzlichen 70-200mm-Objektiv. Sie ist für geplante Reportagen und Sportanlässe gedacht. Dann die Olympus Tough TG-5 für unterwegs, der Wasser und Staub nichts anhaben können und eine Halterung fürs Handy, mit dem Manfred vor allem schnelle Bilder für Instagram schiessen will.

Das ist allerdings noch nicht alles: Auch eine Videokamera von Canon hat sich Manfred zugelegt. Und Ebenfalls eine Drohne – die DJI Mavic Pro – ist mit von der Partie. „Die Drohne ermöglicht ganz andere Perspektiven und lässt sich zum Beispiel auch so programmieren, dass sie das Wohnmobil an einer Küste vom Meer her aufnimmt.“

Doppelfestplatte und mobiles Internet

Um die gemachten Aufnahmen unterwegs zu sichern, hat Manfred eine externe Festplatte, die Platz für zwei Terabytes bietet, aber eigentlich aus zwei Festplatten besteht, die LaCie Rugged Raid. Die Daten sind also doppelt gesichert. Weiter werden seine Daten auch mit einem Server synchronisiert. Für die mobile Internetverbindung, ist ein kompaktes Modem von Skyroam dabei, das in rund hundert Ländern via Mobil-Netz online gehen kann. Und damit immer genügend Strom mit 220V vorhanden ist, wurden im Wohnwagen ein Akku und ein qualitativ hochwertiger Wechselrichter eingebaut.

Doch auch ausserhalb der Fotowelt hat sich Manfred Schär auf die Reise vorbereitet: „Rechnungen und Korrespondenzen habe ich soweit wie möglich auf elektronische Wege umgestellt. Sollte zuhause trotzdem einmal ein Brief eintreffen, wird die Post den Inhalt scannen und mir per Mail zustellen“, erklärt er. Wichtige Dokumente hat er vorab eingescannt.

Das Abenteuer hat begonnen

Unterdessen ist Manfred Schär angekommen. Auch sein Wohnmobil hat es mit ein paar Tagen Verspätung nach Auckland geschafft. Wie Manfred auf seinem Blog schreibt, habe das Fahrzeug die Reise äusserlich gut überstanden. Im innern kämpfte er zunächst noch mit der Elektrik. Unterdessen sind die Probleme jedoch gelöst. Die grosse Fahrt hat definitiv begonnen.

[i] Manfred Schärs Blog: www.manimondo.ch

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