Salvatore Vitale

«How to Secure a Country»

Kantonspolizei Zürich, Zürich, 2016, aus der Serie «How to Secure a Country» © Salvatore Vitale

Wie sichert sich die Schweiz gegen alle Arten von Risiken ab? Diese Frage hat Salvatore Vitale zu einem visuellen Forschungsprojekt bewogen. Die Ausstellung «How to Secure a Country» ist bis am 26. Mai in der Fotostiftung Schweiz zu sehen.

Naturereignisse, Migrationsbewegungen und Cyberangriffe haben frühere, vor allem militärische, Bedrohungsszenarien abgelöst. Wie reagieren staatliche und private Akteure auf diese sich wandelnde Herausforderung? Wie gewährleisten sie die Sicherheit ihrer Bürger, die ebenso ein Grundbedürfnis wie ein Milliardengeschäft ist? Und wie viel Freiheit sind wir bereit, für unsere Sicherheit aufzugeben?

Die Frage, wie sich die Schweiz gegen alle Arten von Risiken, Gefahren und Bedrohungen abzusichern versucht, hat Salvatore Vitale (geb. 1986 in Palermo, in Lugano und Zürich lebend) zu einem visuellen Forschungsprojekt bewogen. Zwischen 2014 und 2018 hat er untersucht, wie Schutz- und Präventionssysteme unseren Alltag, unsere Verhaltensweisen und unser Denken durchdringen.

Die obsessive Beschäftigung mit der Sicherheit

«How to Secure a Country» versucht gemäss der Ausstellungsvorschau die scheinbar obsessive Beschäftigung mit Sicherheit sichtbar zu machen: die Vorkehrungen, Einstellungen, Infrastrukturen, Codes und Protokolle, die sowohl im individuellen Verhalten als auch in der politischen Diskussion zum Beispiel zu Themen wie Migration zu beobachten sind.

Salvatore Vitales Untersuchung geht dabei vom institutionellen Netzwerk aus – Polizei, Militär, Zoll- und Migrationsbehörden, Wetterdienste, IT-Unternehmen sowie Forschungsstellen für Robotik und Künstliche Intelligenz.

«Dank einer aktiven Zusammenarbeit mit verschiedenen Spezialisten und Forschern gelingt es Salvatore Vitale, die Komplexität der Schweizer Sicherheitsindustrie offenzulegen», schreibt die Fotostiftung in ihrer Vorschau. So gelinge es Vitale die oftmals abstrakte Erzeugung von Sicherheit auf eine konkrete Weise erlebbar zu machen.

Karten, Grafiken und AV-Installationen

Das Projekt will allerdings nicht eine vollständige Studie aller Bestandteile des Schweizer Sicherheitskomplexes darstellen. Es ist ausserdem nicht als eine rein fotografisch-künstlerische Arbeit gedacht.

Als Forschungsprojekt wird es von einem Buch begleitet, das die Fotografie mit verschiedenen Textformen und Datenvisualisierung kombiniert. Und auch die Ausstellung geht weit über die «reine» Präsentation von Fotoarbeiten hinaus. So entsteht in der Fotostiftung Schweiz eine komplexe Informationsumgebung, die von den Besuchern mit unterschiedlichen Sinnen erfahrbar ist, bestehend aus Karten, Statistiken und Grafiken, einer interaktiven, Sensor-modulierten Audio-Installation sowie einer Video-Installation mit zwei Projektionen an Decke und Boden.

www.fotostiftung.ch

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