Ausstellung

Taking Pictures – Making Pictures

Drei Mitglieder der Yakuza sichern eine Kreuzung, Tokio, Japan,1988 © Alberto Venzago

Der Zürcher Fotograf und Filmemacher Alberto Venzago ist ein Grenzgänger: Unter seinen Arbeiten aus über 50 Jahren finden sich Kriegsbilder, Erotik, Kulthandlungen oder Portraits internationaler Stars. Das Museum für Gestaltung Zürich würdigt sein umfangreiches Werk erstmals in einer Retrospektive.

Alberto Venzagos internationale Reportagen wurden weltweit publiziert und ausgezeichnet, seine Studioaufnahmen und Werbekampagnen gelten als einprägsam und ästhetisch. «Venzago pendelte stets zwischen Dokumentation und Inszenierung, zwischen «genommenen» und «gemachten» Bildern», heisst es in der Vorschau des Musemus.

«Ein wahres Bild ist wichtiger als ein schönes Bild», fasst der Fotograf und Filmer Venzago seine Philosophie zusammen. Er wirft einen kritischen Blick auf das Weltgeschehen und hat meist den Menschen im Fokus seiner Arbeit. Dabei dokumentiert er Geschichten, von der Kinderprostitution in Manila oder der Voodoo-Religion Benins zum Partyrausch im Zürcher Club Kaufleuten.

Die Mehrheit seiner Reportagen realisierte Venzago im Ausland, zeitgleich waren die Schweiz und seine Heimatstadt Zürich ein wiederkehrendes Thema in seiner fotografischen Arbeit. «Ohne Kamera fühle ich mich beinahe nackt, sie ist immer mit dabei», zitiert das Museum den Fotografen.

Die Erfahrung als Reportagefotograf weiss Venzago jedoch auch in weniger riskanten Situationen einzusetzen. Er setzt etwa die Anti-Rassismus-Kampagne der Schweiz um, dokumentiert Schweizer Grosskonzerne oder realisiert gross angelegte Werbekampagnen, beispielsweise für die Swissair. Immer wieder fotografiert Venzago auch Persönlichkeiten aus Kunst, Film oder Showbusiness.

Die Ausstellung Alberto Venzago: Taking Pictures – Making Pictures nimmt das Publikum mit auf eine Reise durch 14 Kapitel aus dem Gesamtwerk des Fotografen. Im Kino der Ausstellung sind Ausschnitte aus den vielen Filmen zu sehen, in denen Venzago die Kamera und teilweise auch die Regie führte.