Brigitte Aeberhard versucht mit ihrer Fotografie alltägliche, gewöhnliche Motive ungewöhnlich zu fotografieren oder zu bearbeiten. Dazu gestaltet sie mit gezielten Kamerabewegungen unscharfe Fotos. Für das Bild hier war sie in Bern unterwegs.

«Am liebsten bin ich ohne Plan unterwegs und lasse mich auf das ein, was der Moment gerade anbietet», beschreibt Aeberhard ihr Vorgehen. Für dieses Foto war sie in Bern unterwegs. «Ich wollte das man sieht, oder wenigstens erahnen kann, dass es sich um Bern handelt», schreibt sie.

Die Lauben waren für dieses Vorhaben prädestiniert. In der Nydeggasse hatte es zum Zeitpunkt der Aufnahme nicht allzu viele Menschen. Das Bild entstand mit einer eher langen Belichtungszeit. Um die Farben zu intensivieren, bearbeitet die Fotografin ihre Bilder in Lightroom und Photoshop. «Oft verwende ich noch ein zweites, abstraktes Bild mit kräftigen Farben welches ich in Photoshop zu einem einzigen Bild zusammenfüge.»

Wenn sie fotografiere, habe sie eine ungefähre Vorstellung was auf dem Bild sein sollte: «Da ich jedoch die Kamera während der Aufnahme bewege, braucht es meistens einige Versuche, vor allem auch, da die Menschen ja in Bewegung sind. Bis dann die Geschwindigkeit der Kamerabewegung und die Belichtungszeit stimmen, kann es sein, dass die Personen dafür schon aus dem Bild gelaufen sind…. Ein gelungenes Bild ist also ein bewusster Zufall», schreibt sie.

Was bedeutet die Unschärfe in Aeberhards Bildern? In der Streetfotografie erleichtert die Unschärfe gemäss Brigitte Aeberhard einiges. Zum Beispiel, dass Personen nicht erkenntlich sind. «Ich fotografiere meistens mit dem Display und bewege dazu die Kamera – da denken die wenigsten Menschen, dass sie fotografiert werden», erklärt die Fotografin und ergänzt: «Falls ich doch den Eindruck habe, dass es bemerkt wurde, zeige ich gerne die Aufnahmen auf dem Display. Da ist den meisten klar, dass ich wohl nicht ‘richtig’ fotografieren kann…»

Ansonsten finde sie es einfach schön, wenn nicht offensichtlich ist, was man sieht. Ganz nach ihrem Motto: «Sehen, was auch noch sein könnte. Sichtbar machen, was nicht ist. Schönheit entdecken, wo du denkst, es gibt sie nicht.»

Brigitte Aeberhards Fotografien sind vom 24. September bis am 10. Oktober in der Kulturmühle Lyss zu sehen.

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