Legendärer Polizeifotograf

Arnold Odermatt gestorben

Der Fotograf Arnold Odermatt ist am 19. Juni 2021 in seinem Zuhause in Stans (NW) an den Folgen einer Alzheimererkrankung gestorben. Bekannt als Polizeifotograf, hinterlässt er ein grosses photographisches Werk, das auch das Leben in Nidwalden dokumentiert.

«Er ist eine Legende: Als Polizist hatte er stets seine Rolleiflex dabei, wenn er Autounfälle rapportierte. Seine Fotografien sind aber weit mehr als Aufnahmen von Unfallorten: Es sind surreale Stillleben ganz eigener Art», schreibt Philipp Meier in seinem Nachruf in der NZZ.

Odermatt, der schon als Zehnjähriger eine Leidenschaft für die Kamera entwickelt habe, wurde zum Pionier der Polizeifotografie. Er führte das Bild als Arbeitsinstrument ein, insbesondere bei Unfällen, die er für Gerichtsakten fotografierte.

«Zum Künstler wurde Arnold Odermatt erst als Pensionierter und gegen seinen Willen», weiss der Tages Anzeiger. «Es war sein Sohn Urs, der Filmregisseur, der den Wert der Bilder erkannte und sie kommerziell verwerten wollte. Odermatt senior sträubte sich zunächst, trat dann aber die Rechte seinem Sohn ab.»

Arno Renggli hält in der Luzerner Zeitung fest: «Mit nüchterner Präzision zeigen die Fotos von Arnold Odermatt die materielle Havarie. Die menschliche Seite muss und kann man sich hinzudenken. Diese Art des Fotografierens machte die Bilder von Arnold Odermatt weltweit berühmt. Und zu einer besonderen Form von Kunst, die auch in unzähligen Ausstellungen die Betrachtenden fasziniert hat».

Ein ausführliches Interview mit Arnold Odermatt anlässlich dessen 95. Geburtstag hat sein Sohn Urs geführt. Dieses kann auf der gemeinsamen Website nachgelesen werden.

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