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Rolf Arni: Ein fotografischer Unternehmer

Rolf Arni.
Rolf Arni hat die Objektiv-Vermietung Rent-A-Lens und die Facebook-Gruppe Schweizer Fotografen gegründet. Heute bietet er Fotoreisen an. ZVG / Rolf Arni

Rolf Arni ist Gründer des Objektiv-Vermieters Rent-A-Lens, Fotoreisen-Organisator und Facebook-Seiten-Betreiber. „Die Leute machen immer bessere Fotos”, beobachtet der Berner Unternehmer, der neben seinen Aktivitäten in der Fotoszene am Aufbau des Co-Working-Spaces Impact Hub in Bern beteiligt ist.

Rolf Arni, du machst sehr viel rund um die Fotografie. Als was siehst du dich?

Ich bin in der Fotoszene ein Allrounder. Ich habe vor rund 13 Jahren mit Fotografieren angefangen und habe dann verschiedenes gemacht: Studio, Sport, Hochzeitsfotografie. Jetzt mache ich selbst jedoch fast keine Fotografie mehr, nur noch die Fotokurs-Reisen.

Als junger Fotograf hast du Rent-A-Lens gegründet. Wie kam das?

Ich war damals noch in der Lehre, hatte selbst keine Objektive und konnte diese auch nirgends mieten. Daher habe ich angefangen, das aufzubauen.

Wer mietet bei Rent-A-Lens Material?

Das sind vor allem Kunden, die etwas ausprobieren möchten, bevor sie’s kaufen. Dann Leute, die Material für einen Auftrag brauchen, zum Beispiel eine Hochzeit oder ein Shooting. Und dann Ferienfotografen, die etwa für eine Safari ein Super-Tele benötigen.

Wieviel arbeitest du heute als Geschäftsführer für Rent-A-Lens?

Das sind vielleicht 5 Prozent die ich da rein stecke, vor allem für strategische Aufgaben. Den Versand machen Mitarbeiter. Und auch die Geschäftsführung habe ich abgeben.

Stattdessen bietest du seit rund drei Jahren Fotoreisen an. Wie muss ich mir eine solche Reise vorstellen: Ist die Route anhand der Fotomotive gewählt, ist es ein Fotokurs?

Genau. Es ist aber nicht so, dass es von Morgenfrüh bis am Abend spät nur ums Fotografieren geht. Man schaut auch die Attraktionen im Land an und lernt etwas über die Leute und die Sprache. Während den Ausflügen, erkläre ich dann das Fotografieren. Das Zielpublikum ist auch da Einsteiger DSLR bis Fortgeschrittene. Es ist auch so, dass die Leute, die das lernen, immer gerne den Partner mitnehmen können. Auch dem wird es nicht langweilig.

Ist die Reise aus fotografischer Sicht zu einem bestimmten Thema oder passt du dich den Vorstellungen der Leute an?

Wir sind meistens nur vier bis sechs Personen und dann hat man zwei Wochen sehr individuell Zeit für die Leute. Ein wichtiger Punkt ist die Kamerabedienung. Und dann mache ich meistens auch einen Landschafts- und Portraitteil. Aber wenn jemand sagt, jetzt möchte er super gerne Nachtfotografie oder Sport, dann kann ich das auch in den Kurs einbauen.

Als Fotograf möchte man ja individuelle Motive. Ist es da nicht ein Nachteil, in einer Gruppe zu fotografieren?

Wenn wir uns die Bilder nach der Reise jeweils zusammen anschauen, sind die Fotos ganz unterschiedlich: Jemand konzentriert sich auf Details, jemand anderes auf die Übersicht oder die Leute, die dabei sind. Jeder hat am Ende andere Bilder und man lernt so natürlich auch voneinander.

Wie wählst du die Ort aus, die du besuchst?

Es sind in der Regel Ort, die ich schon kenne, so dass ich weiss, von was ich spreche. Eigentlich ist es aber das Ziel, die Reisen so aufzubauen, dass ich als Person selbst gar nicht mehr mit muss.

Das heisst?

Im Moment führe ich etwa vier Reisen pro Jahr durch. Wenn ich aber, sagen wir, zehn, fünfzehn Reisen anbieten will, gehe ich nicht mehr auf jede mit. Ich kann dann dieses Packet nehmen, und irgendjemand, der einen Fotokurs geben kann, kann damit auf die Reise. Man braucht also kein Wissen vom Ort, denn es kommen auch immer lokale Guides mit, die Land und Leute kennen. So habe ich das für die Zukunft geplant.

Neben Rent-A-Lens und den Fotoreisen bist du auch noch Gründer der Facebookgruppe Schweizer Fotografen die unterdessen 8000 Mitglieder zählt. Wie wichtig sind solche Netzwerke?

Ich finde sie extrem wichtig. Zum Beispiel für Aufträge oder für mich um etwas zu vermieten.

Siehst du eine bestimmte Entwicklung bei den Motiven, welche die Leute gerne fotografieren?

Einen Trend im Allgemeinen stelle ich nicht fest. Was ich aber sehe: Die Qualität wird immer besser. Die Leute knipsen nicht einfach nur, sondern probieren wirklich, das Equipment auch zu nutzen. Es gibt auch immer mehr Fotokurse und die Leute interessieren sich immer mehr dafür. Immer mehr Leute machen gute Fotos.

Und du selbst, wenn du jetzt wirklich viel Zeit zum Fotografieren hättest: Was würdest du am liebsten machen?

Reisen, ganz klar.


Rolf Arnis Fotokurs-Reisen: www.photoreise.ch
Die Objektiv-Vermietung Rent-A-Lens: www.rentalens.ch
Die Facebook-Gruppe Schweizer Fotografen: facebook.com/groups/SchweizerFotografen

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